
Erste Hilfe bei Schimmel in der Wohnung
Von Manfred Kirschey
Immer häufiger zeigt sich
in Wohnungen Schimmelbildung. Dies kann verschiedene Gründe haben. Um auf
Dauer Abhilfe zu schaffen, muss die Ursache gefunden und beseitigt werden.
Schimmel mit der sogenannten chemischen Keule zu behandeln, mag im Moment
für Abhilfe sorgen, ist aber nicht ausreichend für die entgültige
Beseitigung.
Als Ursache für die
Schimmelbildung kommen in Frage: Nutzungsgewohnheiten der Bewohner,
falsches Lüften und falsches Heizen sowie Bauschäden wie undichte Dächer
oder aufsteigende Bodenfeuchte.
Schimmel bildet sich
schnell bei einer relativen Luftfeuchtigkeit von 70 % und höher. Zu hohe
Feuchtigkeit ist immer die Ursache von Schimmelpilz. Zur Beseitigung gibt
es ausschließlich nur die Möglichkeit entstandene Feuchtigkeit in der
Wohnung zu beseitigen.
Wichtig ist grundsätzlich
festzustellen wie, wo und wann in der Wohnung Feuchtigkeit entsteht.
Offensichtlich erkennbar ist, dass beim Kochen, Duschen. Baden und Putzen
der Raumluft Feuchtigkeit zugeführt wird. Oft wird vergessen, dass der
erwachsene Mensch über seine Haut alleine ca. 2 Liter Flüssigkeit am Tag
an seine Umgebung abgibt. Als wichtigstes Instrument zur Beseitigung all
dieser entstandenen Feuchtigkeiten ist das richtige Lüften zu nennen.
Hierzu öffnet man mehrmals täglich die Fenster zum Lüften für maximal 5-7
Minuten. Kältere, trockene Luft strömt ins Zimmer, nimmt Feuchtigkeit auf
und erwärmt sich. Die erwärmte, nun mit Feuchtigkeit angereicherte Luft,
strömt dann nach draußen. (Austausch von warmer und kalter Luft) Je kälter
die Luft ist, je mehr Feuchtigkeit kann sie binden und abtransportieren.
Länger sollte man auf keinen Fall lüften. Die Temperaturschwankungen des
Mauerwerks wären zu groß und sogenannte Destillatfeuchtigkeit würde sich
niederschlagen.
Eine weitere Hilfe wäre
es, nach dem Duschen die feuchten Kacheln und Spiegel mit einem Tuch zu
trocknen. Ebenfalls führen mehrere nasse Handtücher im Bad zu einer
deutlichen Erhöhung der Luftfeuchte. Auch die heutigen
Destillat-Wäschetrockner und die Umlufttrockner geben Feuchtigkeit an die
Umgebung ab.
In den seltensten Fällen
entsteht Schimmelbildung durch Schäden bzw. Mängel am Bauwerk. Hier sind
besonders zu nennen: Undichte Dächer und fehlerhafte Wärmedämmung.
Vermehrt sind Tapeten aus Kunststoff (Schaumtapeten) und Wärmedämmplatten
die Ursache von Schimmelbildung. Vorgenannte Baustoffe lassen keine
Feuchtigkeit durch. Die im Raum entstandene Feuchtigkeit kann nicht durch
das Mauerwerk absorbiert werden.
Sollten Sie nicht die
Ursache der Schimmelbildung in Ihrer Wohnung finden, können die örtlichen
Beratungsstellen weitere wertvolle Tipps geben. Vielfach gibt es bei den
Verbraucherberatungsstellen entsprechende Broschüren. Bei den Stadtwerken
kann man sich auch an den Energieberater wenden. Auch die Vermieter kennen
sich in der Regel mit der Problematik der Schimmelbildung aus und können
Ratschläge geben und bei Baumängeln entsprechende Gegenmaßnahmen
einleiten.
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