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Atomumfall, Blümchenunterricht und Rentierpullover Von Manfred Kirschey
Väter und Mütter unserer Schule gründeten jetzt eine Elterngruppe. als Themen wählte man zunächst "Rituale in der Familie" und "Freizeitgestaltung mit dem Kind". Tatsächlich kamen aus dem Elternkreis für die Freizeitgestaltung solche Vorschläge wie: Entenfüttern, Wandern, Besuch von Wildpark und Spielplätzen, Malen und Zuhause entspannen. Aber HALLO..... .. mein Sohn wird bald 14. Seine Interessen liegen wohl mehr bei Mädchen, schnellen Autos und bei Allem was mit Technik zu tun hat. Fehlt jetzt nur noch, dass in der Elterngruppe Mate-Tee getrunken wird und Pullover mit Rentiermuster gestrickt werden. Dann ist das Bild, dass Dieter Krebs mit seinem Lied "Ich bin der Martin, ne.." gezeichnet hat, komplett. Nicht nur die Eltern, sondern auch die Schulen kennen den Begriff "altersgemäß" oft nicht. Noch im letzten Jahr wurde im Deutschunterricht meines Sohnes die Geschichte vom Räuber Hotzenplotz gelesen. Jetzt wurde den Kindern der Film "Die Wolke" vorgeführt. Dieser Film zeigt die Folgen eines Atomunfalls in Spielfilmform. Vielleicht hätte man zu mindest das Thema vorher im Unterricht besprechen können. Irgendwie steht die Welt sowieso Kopf. Politiker aller Fraktionen sprechen ständig von Reformen, z.B. von der Gesundheitsreform. In meinem Lexikon steht unter Reform: "...umgestaltende Verbesserung gegebener Verhältnisse." Vielleicht sollte der Bundestagspräsident mehrere Lexikas im Plenum verteilen lassen.
Verwirrende
Wortakrobatik gehört beim modernen Menschen einfach dazu. Sonst würde man
statt des Wortes "Kompetenzcheck" weiterhin das Wort "Berufsberatung"
benutzen.
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